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Geflügel - Markt

Geflügelzüchter werden?

Angesichts der AP 2014-17 stellen sich zahlreiche Landwirte Fragen zur Zukunft ihres Betriebs und zu den Mitteln, die ihrer Familie langfristig ein Auskommen sichern.

Das Diversifizieren in die Geflügelzucht scheint zurzeit eine der interessantesten Möglichkeiten zu sein, die sich Landwirten bietet. Indem die Maximalbestände für Legehennen und Masthühner beibehalten und die Direktzahlungen RAUS leicht erhöht werden, bekräftigt die neue Agrarpolitik ihren Willen, die Geflügelproduktion in der Schweiz zu unterstützen.

Der Trend geht in Richtung regional produzierter und gesunder Lebensmittel, die das Tierwohl respektieren

Das erstaunt nicht, umso weniger, wenn man berücksichtigt, dass die Grossverteiler eine sehr starke Nachfrage nach Geflügelfleisch und Eiern aus Schweizer Produktion verzeichnen und dem immer stärker artikulierten Wunsch der Konsumenten entgegenkommen, die auf ihrem Teller gesunde und lokal produzierte Produkte vorfinden wollen. Und die Zahlen sprechen für sich – in den vergangenen zehn Jahren hat der Geflügelbestand in der Schweiz erheblich zugenommen: um 40 % bei den Masthühnern und um 12 % bei den Legehennen. Vergleicht man mit anderen Formen der Tierproduktion wie Schweinezucht oder mit Wiederkäuern, so ist die Geflügelzucht ganz klar der Sektor, der den grössten Zuwachs verzeichnet.

Nachforschungen anstellen, um den Weg zu ebnen
Der erste Schritt, bevor man eine Geflügelzucht aufzieht, besteht darin, andere Betriebe zu besuchen, um eine klare Vorstellung davon zu erhalten, welche Art der Produktion und welche Arbeitsbelastung dies bedeutet. In diesem Stadium ist es wichtig, einen technischen Spezialisten an der Seite zu haben, dem man sämtliche Fragen stellen kann. Diese Spezialisten helfen einem dabei, unter Berücksichtigung der Situation im eigenen Betreib und der eigenen Wünsche die bestmögliche Lösung zu finden.

Masthühner oder Legehennen?
Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl in der Schweiz und der sehr starken Nachfrage nach hellem Fleisch bietet der Geflügelbereich zweifellos grössere Marktchancen. Der Eigenversorgungsgrad in der Schweiz beträgt zum aktuellen Zeitpunkt 50 % (bei Schwein hingegen 100 %). Zudem ist die Geflügelzucht ein Bereich, in dem das Investitionsrisiko eher niedrig ist, denn es geht um die Integration eines neuen Zweigs. Die Arbeitsbelastung ist bei der Mast proportional kleiner als bei der Eierproduktion, was bedeutet, dass die Mast ein höheres Einkommen pro Stunde generiert, allerdings bleibt unter dem Strich insgesamt weniger übrig. Arbeitet man mit Legehennen, geht man sicher mehr Risiken ein, dafür handelt es sich dabei um eine unabhängigereTätigkeit. Gegenwärtig sind Eiereinkäufer immer intensiver auf der Suche nach Grossproduzenten, v. a. in der Westschweiz.

Grosszügig planen
Während Betriebe mit Legehennen vor 15 Jahren im Schnitt noch 500 – 1000 Hennen zählten, werden heute meistens Betriebe mit über 8000 Hennen gebaut - das ist eine Frage der Rentabilität (ausgenommen der Bio-Bereich, wo der Maximalbestand an Hennen auf 2x2’000 Tiere pro Betrieb beschränkt ist). Das ist auch der Punkt, wo die Westschweiz angesichts ihrer grossen, verfügbaren Flächen sehr interessant wird. Grosse Flächen machen es einfacher, grosse Freiland-Masten zu betreiben und die Probleme im Zusammenhang mit dem Hühnerdung in den Griff zu bekommen. Die Basisinvestitionen sind sicher nicht unerheblich, dafür ist der Gewinn aber maximal. Man rechnet, dass die Einrichtungen eines Geflügelbetriebs dieser Grössenordnung in 10 und die Gebäude in 25 Jahren amortisiert sind. Dafür ist allgemein bekannt, dass bereits ab dem ersten Betriebsjahr erhebliche Einkünfte erzielt werden können – natürlich unter der Bedingung, dass der Betrieb korrekt geplant wurde und die Haltung der Tiere perfekt ist.

Kompetente Fachleute beiziehen
Im Hinblick auf Marktverständnis und Einrichtungen, die vorhanden sein müssen, sind die technischen Berater von Futtermittelproduzenten die besten Partner. Sie können die Landwirte dabei unterstützen, den Sprung in die Geflügelzucht zu schaffen. Ihre Erfahrung führt dazu, dass kein einziger wichtiger Punkt vergessen geht und dass eine kompetente Begleitung während der verschiedenen Projektetappen, von den ersten Abklärungen über das Vorgehen bei der Finanzierung bis hin zur Aushandlung der Verträge mit den Lieferanten und anderen Partnern, sichergestellt ist. Dadurch werden sämtliche Risiken minimiert, während gleichzeitig die künftige Rentabilität des Betriebs maximiert wird.

 

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Stichworte: Geflügel

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Hans
18 Jun 2014

Leider ist das nicht warr und es gibt fast keine Neue mast-huhnerzuchter in der Schweiz uber 50% werden Importiert von Ausland...

Provimi Kliba
31 Jul 2014

Haben Sie vielen Dank für Ihre Stellungnahme zu unserem Artikel und verzeihen Sie unsere späte Antwort. Bei den Inhalten unserer Beiträge stützen wir uns stets auf eine intensive und gründliche Recherche, unsere umfangreichen Marktkenntnisse und auf seriöses Zahlenmaterial.

Im Geflügelmarkt kommen derzeit zwei Entwicklungen zusammen, die ihn tatsächlich interessant machen für mögliche Neueinsteiger: Einerseits hat die Bevölkerungszahl in der Schweiz deutlich zugenommen und mit ihr die Nachfrage nach hellem Fleisch. Gleichzeitig bevorzugen Konsumenten weiter zunehmend Fleisch von einheimischem Geflügel, während der Eigenversorgungsgrad mit 50% noch relativ niedrig ist (und dies trotz der Tatsache, dass der Bestand an Masthühnern in den vergangenen zehn Jahren um 40% gestiegen ist). So bietet der Geflügelmarkt durchaus attraktive Rahmenbedingungen. Die Zahlen entstammen dem offiziellen Datenmaterial von Aviforum in Zollikofen, dem Kompetenzzentrum der schweizerischen Geflügelwirtschaft.

Sollten Sie Fragen zum Thema haben, diskutieren unsere Experten das Anliegen natürlich gern mit Ihnen.

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